Am Donnerstag, den 02.09., besuchte Bischof Paul Hepp Pfaffenhofen und feierte mit der Gemeinde den Wochengottesdienst.
Predigtgrundlage waren die Psalmverse "Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben." (Psalm 126, 5-6).
Bischof Hepp beleuchtete zunächst den historischen Kontext des Bibeltextes: Bezogen auf das Volk Israel im babylonischen Exil, verweise das Bild des Aussäens mit Tränen darauf, dass damals oft das letzte noch vorhandene Korn eingesetzt werden musste, um die Ernte für das nächste Jahr zu ermöglichen.
Trotz Zeiten des Weinens nicht aufhören, auszusäen
In der Folge ging der Bischof darauf ein, dass Weinen als Zeichen der Schwäche gesellschaftlich oft verpönt und zur Zeit des Mittelalters gar verboten war. Dem stellte er die Aussage aus Psalm 56,9 gegenüber, in der der Psalmist die Gewissheit bekundet, dass Gott die Tränen jedes einzelnen Menschen zählt. Daraus leitete Bischof Hepp eine der zentralen Aussagen der Predigt ab: "Auch Gotteskinder dürfen weinen und trauern und ihr Leid zu Gott tragen!" Manchmal könne es auch den Anschein erwecken, dass solche Phasen des Weinens und Trauerns gar nicht mehr aufhören – und auch das gehöre zum Menschsein dazu.
Die Erfahrung von Leid und Trauer musste auch Jesus als wahrer Gott und wahrer Mensch machen. Als sein Freund Lazarus gestorben war, berichtet die Bibel, dass ihm die Augen übergingen (Joh 11, 35). Auch Jesu Tod am Kreuz könne man als eine Aussaat mit Tränen sehen, die in der Auferstehung ihre freudige Ernte gefunden habe und deren Auswirkungen bis heute bestehen.
Am Ende der Predigt richtete der Bischof den Aufruf an Eltern, Geistliche und Lehrkräfte: "Hört nicht auf auszusäen, dass Gott Liebe ist und dass man mit ihm durchs Leben gehen kann!" Darüber hinaus ermutigte er jeden Einzelnen, sich in seinem Leben zu Jesus Christus als dem wiederkommenden Herrn zu bekennen – auch wenn damit vielleicht Ausgrenzung und Mobbing verbunden sein könnten: "Unsere Gesellschaft braucht Jesus Christus und die frohe Botschaft!"
Neue Orgel eingeweiht
Als weiteren freudigen Anlass konnte die Gemeinde im Gottesdienst mit dem Bischof die Einweihung der neu eingebauten Orgel feiern. Diese ersetzt eine seit dem Neubau der Kirche provisorisch genutzte Orgel.