Am Sonntag, 10.08.2025 besuchte Bischof Paul Hepp die Gemeinde Pfaffenhofen. Das Bibelwort stammte aus dem Propheten Habakuk Kapitel 2 Vers 20: „Aber der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!“.
Im Eingangsgebt dachte Bischof Hepp an den, vor kurzem in die Ewigkeit gezogenen, Evangelisten Manfred Dreher der lange Zeit als Vorsteher der Gemeinde Pfaffenhofen gewirkt hatte.
Bevor der Predigtteil des Gottesdienstes begann, sang der Chor das Lied: „Ich der Herr von Erd und All“. Auf die Gedanken des Chores ging der Bischof kurz ein: […] Denk daran Gott sieht dich, hört dich und nimmt dich wahr. Auch wenn Du den Eindruck hast, dass du gerade allein bist. Er möchte aber, dass du weißt, er ist da und hat dich lieb. […]
Bischof Hepp gab der Gemeinde den Gedanken mit, nicht zu vergessen, dass sie im Einflussbereich des Bösen steht. Nach Aussage von Paulus ist der Böse ein brüllender Löwe. Er möchte durch sein Geschrei die Gemeinde und den einzelnen von Gott trennen. In der Predigt erinnerte der Bischof die Gemeinde daran, dass sie stark ist und sich nicht von dem Löwen separieren lassen soll. Weiter predigte der Bischof davon, dass Habakuk es selbst auch erfahren und beobachtet hat, wie Menschen sich nicht mehr an die Gebote hielten und sie nicht mehr auf die anderen achteten, sondern nur noch auf sich selbst schauten. Habakuk stellte die Frage an Gott, wieso er nichts tut und warum er (Gott) nicht eingreift. Darauf hin kamen ihm dann die Gedanken, die er im Bibelwort geschrieben hat.
Die Kirche Christi hat ihre Grundlage nicht im Tempel in Jerusalem, sondern in Jesus Christus. Durch sein Opfer und seine Auferstehung hat sich die Kirche gegründet. Hier verwies der Bischof auf den Petrusdienst und, dass dieser im Vordergrund stehen soll „auf dich hab ich meine Kirche gebaut“. Als weiteren Punkt führte Bischof Hepp die drei Sakramente (heilige Wassertaufe, heilige Versiegelung, heiliges Abendmahl) auf und betonte, dass sie der zentrale Bestandteil der Kirche Jesu Christi sind. Der Bischof betonte auch, dass nicht wir die Kirche erwählt haben, sondern Jesus hat uns erwählt. Nicht wegen der generationenübergreifenden Vererbung sind wir Christen, sondern weil Gott uns erwählt hat.
Der Bischof erwähnte auch die Fehler innerhalb der sichtbaren Kirche und erinnerte daran, dass auch zur Zeit Paulus bereits „Probleme über Probleme“ bestanden, allerding gibt es solche Probleme in der unsichtbaren Kirche nicht.
Paulus sage klar, in euch ist der Tempel Gottes, in dir ist die Liebe ausgegossen aber das verpflichtet auch. Wir haben versprochen „ich entsage dem Bösen“, darauf ging der Bischof mit dem Beispiel von dem Schalksknecht ein. Er schuldete dem König eine unbezahlbare Summe, diese wurde ihm erlassen. Der Knecht aber wollte eine geringere Schuld von einem anderen Knecht einfordern, worauf der König davon erfuhr und den Schalksknecht einsperrte.
Manchmal denken wir nicht daran, wenn wir um Vergebung bitten, dass wir unserem Nächsten vergeben. Gott ist dir gnädig, also sei auch du gnädig zu deinem Nächsten.
Der Bischof sprach auch an, dass wir Gott alles sagen dürfen, aber danach sollen wir Stille einkehren lassen. Wenn Jesus mit uns spricht, kehrt Stille in uns selbst ein. Stille bedeutet Vertrauen und Frieden.
Der Bischof beendete seine Predigt mit dem Gedanken: Gott hat auf Dich Acht und hat Anteil an deinem Leben. Das sollen wir dem Nächsten weitergeben, somit kann die ganze Welt zur Ruhe und Stille kommen.
Bischof Hepp bat die beiden Bezirksämter des Bezirks noch um eine Predigtzugabe. Dazwischen sang jeweils der Chor.
Bez.Ev. Svensson (stellvertretender Bezirksvorsteher): Der Bezirksevangelist verglich die sichtbare Kirche mit der unsichtbaren Kirche und sprach davon, wie sehr sie voneinander abweicht. Die sichtbare Kirche soll mehr dem entsprechen, wie die unsichtbare Kirche ist. Er verwies auf den ersten Korintherbrief, Kapitel 12 in dem Paulus schreibt, dass Gott der eine ist, der durch uns nach außen sichtbar werden soll. Jeder der seine Gaben in die sichtbare Kirche einbringt soll es nach dem Weg des Hohelieds der Liebe einbringen. Durch die Liebe soll die sichtbare und unsichtbare Kirche immer „gleicher“ werden und somit nach außen sichtbar werden.
Ev. Hampel (Bezirksvorsteher): Ev. Hampel ging auf das Chorlied ein, Lobe den Herrn meine Seele. Er betonte, unser Herz dem lieben Gott immer wieder aufzumachen. Den Herrn loben und nicht zu vergessen, was er Gutes getan hat. Er wies darauf hin, im Tempel Gottes ist nur Gutes und sein Heil. Darin bekommen wir die Fülle an göttlicher Kraft. Er bietet uns an, uns alles zu vergeben. Gott ist großzügig und dies sollen wir so annehmen und aber auch weitergeben. Wir sollen beim Vergeben zuerst auf uns selbst achten.
Anstatt eines Bußliedes wurde spontan ein Moment der Stille eingeräumt, um innere Einkehr halten zu können.
Danach feierte der Bischof mit der Gemeinde Sündenvergebung, heiliges Abendmahl und beendete den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
Im Anschluss an den Gottesdienst konnte sich die Gemeinde noch bei Kaffee und Kuchen austauschen, einige Gespräche führen und die Gemeinschaft zelebrieren. Der Bischof besuchte noch die Witwe des verstorbenen Evangelisten Dreher.